Rechtspsychologie

Testbeschreibungen

Das Adult Attachment Interview
(Erwachsenen Bindungs Interview; George, Kaplan und Main, 1985)

Das Hauptziel dieses Interviews, das in Anlehnung an das von Main entwickelte Verfahren durchgeführt wird, liegt darin, die Bindungsrepräsentation von jugendlichen und erwachsenen Personen zu erfassen. Theoretisch basiert das Interview damit auf den von Bowlby (1969) und seinen Mitarbeitern entwickelten Grundannahmen der Bindungstheorie. Das Interview geht davon aus, dass die eigene Bindungsrepräsentation eines Elternteils im Sinne eines Arbeitsmodells unbewusst handlungsleitend bezüglich bindungsrelevanter Erinnerungen und Gefühle ist und somit eine aktuelle Bedeutung für den elterlichen Umgang mit den eigenen Kindern ist. Das Interview beansprucht, die Repräsentation von Bindungen, und damit die frühen verinnerlichten Bindungs- und Beziehungserfahrungen im Erwachsenenalter erheben zu können. S können somit Rückschlüsse auf die aktuelle Beziehungsfähigkeit gezogen werden.

Allgemeine Depressionsskala
(ADS; Hautzinger & Bailer, 1993)

Depressive Symptome zählen zu den weit verbreitesten psychischen Beschwerden. Angaben zur Prävalenz schwanken in Abhängigkeit vom verwendeten Messinstrument. Die Allgemeine Depressionsskala (ADS) ist ein Selbstbeurteilungsinstrument, das das Vorhandensein und die Dauer der Beeinträchtigung durch depressive Affekte, körperliche Beschwerden, motorische Hemmung und negative Denkmuster erfragt. Durch ihre zeitsparende und kostengünstige Anwendbarkeit stellt die ADS ein sehr praktikables Verfahren dar. Die ADS liegt in einer Lang- und einer Kurzform vor. Die erfragten depressiven Merkmale sind Verunsicherung, Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit, Selbstabwertung, Niedergeschlagenheit, Einsamkeit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Weinen, Rückzug, Angst u.a. Der Bezugszeitraum ist die letzte Woche. Die interne Konsistenz erreicht Werte bis α = .89. Die Testhalbierungs-Reliabilitätswerte liegen um r = .81. Die Korrelationen der ADS mit anderen Verfahren wie etwa der Befindlichkeitsskala (Bf-S), der Hamilton Depressionsskala (HAMD) und dem Beck Depressionsinventar (BDI) erreichen Werte bis r = .90.

Attachment Doll Play Classification System
(George, Solomon & De Kong, 1995).

Bei diesem Verfahren werden dem Kind Einrichtungsgegenstände eines Puppenhauses zur Verfügung gestellt. Es werden dem Kind dann bindungsrelevante Szenarien vorgestellt (z.B. ein Haustier soll in die Familie aufgenommen werden, das Kind verletzt sich im Garten u.ä.), die es spielerisch fortführen soll. Anhand der dann im Spiel durch das Kind szenisch verarbeiteten familiären Beziehungs- und Bindungserfahrungen können Rückschlüsse auf die Bindungsqualität der jeweiligen Elternteil-Kind Bindungen gezogen werden. In der gerichtlichen familienpsychologischen Diagnostik kann das Verfahren explorationsunterstützend eingesetzt werden.

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